OwnYourLife Community | Network Marketing Wissen mit Henrik | Alle Teile im Überblick

Titelbild: Serie 2, Teil 4, Die Menschen

Die Menschen

October 19, 2026•6 min read

Firma geprüft. Produkt geprüft. Marketingplan durchgerechnet. Und trotzdem fehlt das Wichtigste.

Ich sage dir, warum: Ich habe in dreizehn Jahren zweimal ein Unternehmen verlassen. Beide Male lag es nicht am Produkt. Die Produkte waren gut, in beiden Fällen. Es lag an Menschen. An Entscheidungen, die am grünen Tisch getroffen wurden. An einer Führung, die irgendwann aufgehört hat, zuzuhören.

Fakt ist: Du entscheidest dich nie nur für eine Firma. Du entscheidest dich für Menschen. Und zwar für drei Sorten davon.

Die erste Sorte: Die Geschäftsleitung

Das sind die Menschen, die über deine Zukunft entscheiden, ohne dich zu fragen. Sie legen den Marketingplan fest, sie bestimmen, welche Märkte geöffnet werden, sie entscheiden über Preise, Regeln und darüber, ob dein Aufbau in zwei Jahren noch dasselbe wert ist wie heute. Nicht falsch verstehen: Sie treffen diese Entscheidungen völlig legitim. Es ist ihr Unternehmen, ihre Sicht auf die Dinge, und sie tragen die Verantwortung.

Aber natürlich sollte man aus den eigenen Erfahrungen lernen. Und so bin ich vor meiner aktuellen Entscheidung zur Geschäftsführung gefahren und hatte fünfundzwanzig Fragen mitgebracht. Nicht die netten. Die unbequemen. Über Zahlen, über Klauseln im Kleingedruckten, über Dinge, bei denen ich aus meinen Erfahrungen lernen durfte.

Und genau da hat sich für mich alles entschieden. Nicht an den Antworten allein, sondern daran, dass überhaupt geantwortet wurde. Dass bei einigen Punkten der Satz kam: Da hast du recht, das ändern wir.

Verstehe eines: Wenn eine Geschäftsleitung bei kritischen Fragen dichtmacht, weißt du schon heute, wie es dir in einigen Jahren gehen kann. Wenn sie zuhört und sich bewegt, dann sollte das Unternehmen in deine engere Auswahl kommen.

Worauf ich achte: Ist die Führung erreichbar, oder gibt es nur Hochglanzvideos von der Bühne? Kennt dort jemand das Feld aus eigener Erfahrung, oder sind das alles Menschen, die noch nie selbst ein Team aufgebaut haben? Wie wird kommuniziert, wenn etwas schiefläuft, mit offenen Worten oder mit Schweigen? Und ganz wichtig: Hat die Firma in den letzten Jahren Regeln geändert, und wenn ja, zu wessen Gunsten?

Die zweite Sorte: Deine Upline

Das ist der Mensch, der dich einschreibt, und das ist eine Entscheidung fürs Geschäftsleben. Solange du bei dem Unternehmen bist, ist dieser Mensch dein direkter Ansprechpartner. Drum prüfe genau, an wen du dich für längere Zeit bindest.

Viele Menschen, die bereits Erfahrung in dieser Industrie gesammelt haben, schauen bei ihrer nächsten Entscheidung auf die falschen Dinge. Sie lassen sich vom größten Namen beeindrucken, vom Auto, von der Bühne. Dabei ist die eigentliche Frage eine ganz andere: Nimmt dieser Mensch den Hörer ab, wenn du ihn brauchst?

Frag dich das vorher, nicht hinterher. Hat er Zeit für dich, oder hat er bereits dreihundert Partner und schafft keine Betreuung mehr? Bildet er aus, oder motiviert er nur? Verdient er an dir, oder verdient er mit dir? Und: Redet er über Menschen oder über Provisionen?

Aber bleiben wir lieber in der Realität. Die meisten starten dieses Business gemeinsam mit dem besten Freund, der besten Freundin. Und das ist etwas Wunderbares. Was gibt es Schöneres, als im Team zu arbeiten und gemeinsam an einem Strang zu ziehen.

Was auch immer der Grund ist, warum du mit jemandem dieses Geschäft startest, eines muss dir ganz klar sein: Für dein Ergebnis bist du selbst verantwortlich, immer, ganz egal wer über dir steht. Es gibt keine Ausrede, die dir je einen Euro gebracht hätte.

Ja, du bist verantwortlich für deinen Erfolg. Das heißt aber nicht, dass ein guter Mentor unwichtig ist. Du kannst dir jeden Weg selbst erarbeiten. Oder du kannst jemanden fragen, der ihn schon gegangen ist. Das ist die größte Abkürzung, die diese Industrie zu bieten hat.

Mein praktischer Tipp, für den Fall, dass du mit jemandem arbeitest, der einen tollen Namen hat: Sprich mit zwei oder drei Menschen aus seiner Organisation, bevor du unterschreibst. Nicht mit denen, die er dir empfiehlt, sondern mit denen, die du selbst findest. Frag sie, wie oft sie Kontakt haben und was passiert ist, als es bei ihnen mal nicht lief.

Und wenn dir jemand sagt, du würdest ohnehin von einem anderen betreut, du musst nur hier unterschreiben, dann werde hellhörig. Dann geht es gerade nicht um dich, sondern um eine Position im Plan.

Die dritte Sorte: Die Kultur drumherum

Jedes Unternehmen hat eine Kultur, und du erkennst sie nicht in der Präsentation, sondern in den Nebensätzen.

Wie wird über Menschen geredet, die gegangen sind? Mit Respekt oder mit Häme? Wie wird über Wettbewerber geredet? Wer ständig andere schlechtmacht, hat selbst zu wenig zu bieten. Was wird gefeiert, Autos und Ränge oder Entwicklungen von Menschen? Und was passiert, wenn jemand einen Fehler macht, wird er aufgefangen oder fallengelassen?

Und dann der ehrlichste Test von allen: Wie wird mit denen umgegangen, die nebenbei arbeiten? Die Mehrheit in unserer Industrie hat einen Beruf, eine Familie und zwei Stunden am Abend. Wenn in einer Kultur nur die Vollgas-Menschen gesehen werden und alle anderen stillschweigend als halbherzig gelten, dann wirst du dort als Mensch mit einem normalen Leben nicht glücklich. Und die Menschen, die du später einlädst, auch nicht.

Hör eine Woche lang in die Gruppen und Calls hinein, bevor du dich entscheidest. Du wirst erstaunt sein, wie viel du hörst, wenn du nicht selbst reden musst.

Ich sage es ganz offen: Es gibt in unserer Industrie einen Menschenschlag, der mir gehörig gegen den Strich geht. Die Rekrutierer, die nur das schnelle Geld sehen, denen das Produkt egal ist und die alle zwei Jahre im nächsten Boot sitzen. Diese Menschen hinterlassen verbrannte Erde, und am Ende heißt es dann wieder, die Branche sei unseriös. Halt dich fern von ihnen. Die tun dir nicht gut.

Und noch eine Frage, die niemand stellt

Schau dir die Menschen an, die in diesem Unternehmen ganz oben stehen. Nicht ihre Zahlen, sondern sie selbst.

Würdest du mit ihnen einen Abend verbringen wollen? Haben sie etwas, das du auch haben möchtest, und ich meine damit nicht das Auto, sondern die Haltung? Denn eines ist sicher: Wenn du in diesem Geschäft erfolgreich wirst, wirst du Zeit mit diesen Menschen verbringen. Sehr viel Zeit.

Wir werden zu dem, womit wir uns umgeben. Das gilt im Guten wie im Schlechten.

Und jetzt du

Mach es konkret. Schreib dir drei Namen auf: Die Person aus der Geschäftsleitung, die du am ehesten erreichen könntest. Deine mögliche Upline. Und eine Führungskraft, zu der du aufschauen würdest.

Dann such den Kontakt. Zu allen dreien. Und achte weniger darauf, was gesagt wird, als darauf, wie es gesagt wird.

Ich habe es so gemacht, und ich mache es bis heute so. Und ich bin jedes Mal gut damit gefahren, auch wenn ich manchmal lange gebraucht habe, bis ich auf mein eigenes Bauchgefühl gehört habe.

Nächste Woche geht es um den richtigen Zeitpunkt. Darum, ob du lieber in ein junges Unternehmen gehst, in dem noch alles offen ist, oder in eines, das längst läuft. Beides hat seine Berechtigung, und ich sage dir ehrlich, warum ich mich seit Jahren immer wieder für denselben Weg entscheide.

Bis dahin: Sei geduldig. Sei ehrlich zu dir selbst. Und entscheide selbst.

Lieben Gruß

Henrik

Back to Blog

Gefällt dir, was du gerade gelesen hast?
Dann bekommst du es jede Woche!

Jeden Dienstag das Wichtigste aus Gesundheit und Network, kostenlos.

OwnYourLife Project LLC · Stephanie Christine & Henrik Brockmann